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Briquetteers

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Sowohl in der metallurgischen als auch der nicht-metallurgischen Industrie fallen in Europa jährlich Millionen Tonnen feinstkörnige Nebenprodukte und Abfälle an – die man zur Zeit einfach entsorgt. Der angehende Gründer Stefan Preiß will diese nutzbar machen, mittels eines speziellen Brikettierverfahrens. Für sein künftiges Unternehmen „Briquetteers“ verbindet er sein Wissen als Metallurge und Keramiker. Bereits in der spannenden und arbeitsintensiven Vorgründungsphase wird er durch das Gründerstipendium NRW unterstützt. Wir haben den Stipendiaten in seinem Labor in Aachen besucht.
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Millionen Tonnen fein- und feinstkörnige Industrieabfälle mit hohen Wertstoffanteilen - die muss man doch zurück in den metallurgischen Prozess führen können? Das ist die Gründungsidee von Stefan Preiß, der für diesen Zweck eine hydraulische Stempelpresse modifiziert und verschiedene, neuartige Bindemittelkombinationen testet. So wird nicht nur die bisher unmögliche Verpressung von Abfallprodukten im Milli- bis Mikrometer-Bereich ermöglicht, sondern auch der Anteil an "toter Masse" im Brikett reduziert - denn statt Zement verwendet der Gründer eine neuartige Bindemittelkombination, die einen energetischen Beitrag leistet! Die Briketts können anschließend als Rohstoffe zurück in den jeweiligen Produktionsprozess gegeben werden. Für dieses Vorhaben sind seine Kenntnisse aus der Metallurgie, der Anlagentechnik und der keramischen Industrie gefragt.
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In seinem Labor, das sich der Stipendiat im Institut für Industrieofenbau und Wärmetechnik an der RWTH Aachen eingerichtet hat, steht vor allem Eines an der Tagesordnung: Testen! Wie viel Material kann man auf einmal verpressen? Welche Kombination an Stoffen ergibt für welches Abfallprodukt das härteste Brikett? Welches Mischungsverhältnis funktioniert, welches nicht? Alle Testreihen werden genauestens dokumentiert. Der Gründer verrät uns mit einem Augenzwinkern: "Was ich in diesem Prozess vor allem gelernt habe? Es gilt nicht immer das alte Sprichwort 'viel hilft viel'!".
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Auch ansonsten gestaltet sich der Arbeitstag von Stefan Preiß abwechslungsreich: Neben den Testläufen im Labor muss auch theoretisch am Rechner gearbeitet, Anträge gestellt und Kooperationspartner gefunden sowie viel gereist und Unternehmen beraten werden. "So etwas wie Alltag kommt eigentlich überhaupt nicht auf", so der Gründer in spe. Dieser arbeitsintensiven Vorgründungsphase begegnet er mit viel Einsatz zur Realisierung seiner Gründungsidee, die ihm bereits zu Studienzeiten gekommen ist.
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In dieser abwechslungsreichen, aber auch anstrengenden Phase kann der angehende Gründer jede Unterstützung gebrauchen - sowohl finanziell, als auch durch Beratung. Da kommt das Gründerstipendium NRW zur richtigen Zeit. Noch vor dem Startschuss für das Stipendium wurde der Metallurge gleich doppelt auf das Förderprogramm aufmerksam gemacht: Zunächst im Radio, dann kurze Zeit später durch eine Rede von Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart im Rahmen des Gründungs-Wettbewerbs AC². So konnte er sich bereits kurz nach Freischaltung der Website um die Förderung bewerben - und gehört nun seit Herbst 2018 zum Kreis der Stipendiaten.
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Anfallende Kosten, bei denen das Gründerstipendium unterstützen kann, gibt es bei Briquetteers genug. "Einen großen Teil der Förderung verwende ich zur Deckung von Reisekosten, da ich sehr viel unterwegs bin. Zudem fällt natürlich im Labor ständig etwas an, das bezahlt werden muss - von Verbrauchsmaterialien über 'hier mal eine Pumpe, da mal eine Düse', um das Labor immer weiter zu verbessern. Und externe Laborkosten kommen auch noch dazu", so der Stipendiat.
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Auch der Coach des Gründungsnetzwerks gibt dem angehenden Gründer in der arbeitsreichen Forschungsphase eine wichtige Hilfestellung. Insbesondere, wenn es um das Strukturieren der anstehenden Aufgaben geht.

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Die Fokussierung durch den Coach ist besonders deshalb hilfreich, da der angehende Gründer als "Ein-Mann-Team" viele Dinge gleichzeitig im Kopf hat. "Man fährt sowohl zu den Terminen mit potentiellen Kunden, als auch zu denen mit Bindemittelspezialisten, man kümmert sich um betriebswirtschaftliche Aspekte ebenso wie um Anlagentechnik und die Testläufe. Das sind eine Menge Aufgaben, um die sich zeitgleich gekümmert werden muss", so Stefan Preiß. Obwohl das nicht immer leicht ist, hat der Stipendiat schon etliche Herausforderungen gemeistert. Für einige der Reststoffe hat er bereits Bindemittelkombinationen gefunden, mit denen sie sich in seiner Stempelpresse zu Briketts mit hohem Wertstoffanteil verpressen lassen – Erfolge, auf Basis derer die Industrie künftig wirtschaftlicher arbeiten kann.
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Das Einsparungspotential für die Industrie ist groß – zurzeit müssen die jährlich anfallenden Millionen Tonnen Nebenprodukte für viel Geld auf Deponien entsorgt werden, und die wertvollen Stoffe gehen dem industriellen Prozess verloren. Dieses Potential gilt es nun, der Industrie zu beweisen – zunächst über eine wirtschaftlich laufende Anlage zur Verpressung von zwei häufig anfallenden Arten an metallurgischen Abfallprodukten. Langfristig ist das Ziel, europaweit Anlagen aufzubauen und dadurch Produktionskreisläufe zu schließen, sowohl in der metallurgischen als auch der nicht-metallurgischen Industrie.
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Auf diesem Weg wird ihn das Gründerstipendium NRW ein Jahr lang begleiten. Für andere mutige NRWler, die ein Start-up auf die Beine stellen möchten und sich um ein Gründerstipendium bewerben wollen, hat der Metallurge noch einen Tipp zur erfolgreichen Präsentation in der Jurysitzung.

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Ihr wollt auch gründen? Dann bewerbt euch jetzt für das Gründerstipendium NRW!

Weitere Infos unter:
http://www.gruenderstipendium.nrw/
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