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Los geht's

Heimat nachhaltig

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Einwohner, Entscheider und Forschende schaffen lebenswerte Städte und Gemeinden. Sie schöpfen Gewinn aus ihren Werten und wirtschaften mit sauberer Energie, Wasser und Land. Die "Roadshow" präsentiert zur Nachahmung, was die Menschen in Sprendlingen-Gensingen tagtäglich praktizieren - Heimat nachhaltig. Ermöglicht vom Bundesforschungsministerium.

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Das Gepäck des "Roadshow"-Teams enthält nicht mehr und nicht minder: ein Fundament. Energie, Wasser und Land – unverzichtbar für ein Gemeinwesen.  In zahlreichen Forschungsprojekten sind neue Bausteine dieses Fundaments entstanden – für Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Lebensqualität. Die "Roadshow Nachhaltige Entwicklung" informiert darüber.
Die Protagonisten: Die Macher der Forschungsprojekte. Das Publikum: Entscheider, die Mehrwert für ihre Kommunen schöpfen wollen.

Die "Roadshow" rollt 2018 und 2019 durch Deutschland. Der Fahrplan.

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„Jede Kommune ist einzigartig und braucht ein individuelles Konzept, wie sie sich nachhaltig gewinnbringend aufstellen kann.“

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Professor Peter Heck, Leiter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement am Umwelt-Campus Birkenfeld,
Projektleiter der "Roadshow Nachhaltige Entwicklung"


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Los geht es mit Energie. Das Potenzial erneuerbarer Energien fassen die Organisatoren vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) in drei Schlagworten zusammen: Mehr Geld, mehr Energie, mehr Beschäftigung. Nicht im abstrakten Irgendwo, in den Städten und Gemeinden vor Ort. Regionale Energieproduktion mit Wind, Sonne oder Abfällen ebnet den Weg zu einer autarken Versorgung mit Wärme und Strom. Sie schafft vor Ort Arbeitsplätze. Sie liefert Gewinn aus dem Überschuss.

Wie Energie solcherart zum Schlüssel regionaler Wertschöpfung wird, präsentiert die „Roadshow“ anhand verschiedener erforschter und praktizierter Modelle.


 

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Ein Beispiel für Gewinn durch erneuerbare Energie: Agrophotovoltaik. Forschende des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme vereinen Ackerbau und Sonnenenergie. In fünf Meter Höhe fangen Solarpanels die Sonnenenergie ein, darunter gedeiht Gemüse und Getreide.
Die erste derartige Anlage steht im baden-württembergischen Heggelbach, auf dem Land einer Demeter-Hofgemeinschaft. Auf dem 25 Meter breiten und 136 Meter langen Feld bauen die Landwirte unterschiedliche Feldkulturen wie Weizen, Kleegras, Kartoffeln und Sellerie an. Ihr Ernteertrag ist nahezu so hoch wie auf Feldern ohne Solarpanels. Er liegt zwischen 80 und 96 Prozent. Dazu gibt es sauberen Strom für rund 62 Haushalte, für den Eigenbedarf oder den Verkauf. Wissenschaftler Stephan Schindele: „ein überzeugender Impact für die Landwirtschaft und die Energiewirtschaft.“

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Ein zukunftsfähiges Wasser- und Abwassersystem passt sich dem Bevölkerungswandel an, kann flexibel auf Klima-Veränderungen reagieren und macht Mehr aus Resten.
Die „Roadshow“ präsentiert zum Beispiel Forschungsprojekte, die Abwasser in Düngemittel oder Energie verwandeln. Der Klärschlamm des Wassers lässt Pflanzen gedeihen. Oder er wird in Biogasanlagen zu Wärme und Strom, mit denen sich Klärwerke autark versorgen können. Neue Technologien ermöglichen, auch bisher ungenutzte Reste zu verwenden – etwa aus der Gastronomie- und Lebensmittelbranche.
Das gesamte Wassersystem ist mittels Nachhaltigkeitscontrollings vorausschauend und flexibel planbar. „Generationenübergreifendes Handeln ist damit möglich“, sagt Michael Maas vom Tiefbauamt Pirmasens, der das entsprechende Tool gemeinsam mit Darmstädter Wissenschaftlern entwickelt hat.

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Begrünte Dächer, Teiche und Mulden fangen das Zuviel an Regenwasser auf und sorgen für ein gesundes Stadtklima. Die Stadt Berlin hat gemeinsam mit Forschenden der Technischen Universität Berlin an 19 Orten und Gebäuden ein intelligentes Regenwassermanagement geschaffen. Das dezentrale System schützt bei Unwettern und Starkregen vor Überschwemmung und entlastet die Kanalisation. Es speichert das Wasser und nutzt es zum Pflanzenwachstum. In trockenen und heißen Zeiten kühlen grüne Inseln und Teiche die urbane Luft.
Das System, das die Berliner zur „Roadshow“ vorstellen, ist so flexibel, dass andere Gemeinden es auf ihre Bedarfe anpassen können.

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"Mehrwert vom Hektar" nennen die IfaS-Wissenschaftler Modelle, in denen Gemeinden und Landwirte kooperieren. Die Verbraucher in der Stadt und die Erzeuger von Nahrung und Energie vor der Stadt verbünden sich und profitieren voneinander. Ihre gemeinsame Grundlage: Das Land, das bewirtschaftet wird und beiden Gewinn bringt. Durch neue Formen einer regionalen Kreislaufwirtschaft. Dazu gehören zum Beispiel die Verknüpfung von Energie-Produktion und Hochwasserschutz oder von Energie und Getreideanbau. Mehrwert entsteht auf diese Weise aus den vorhandenen Ressourcen.

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Auf den Feldern des Brandenburger Landwirtes Thomas Domin wachsen Bäume. Pappeln, Robinien, Erlen und Weiden durchziehen in bis zu zehn Meter breiten Streifen Acker und Grünland und säumen ihre Ränder. Die Bäume auf dem Feld bringen doppelten Nutzen. Sie schützen Pflanzen und Boden vor Wind und Erosion und das Grundwasser vor schädlichen Stoffen. Als schnell wachsende Gehölze können sie nach wenigen Jahren selbst geerntet und verheizt oder zu anderen Produkten verarbeitet werden. Dafür kooperiert der Landwirt mit einem regionalen Verein, der das Energieholz vermarktet. Forstwissenschaftler der Technischen Universität Cottbus haben das Agroforst-Modell entwickelt, das Schutz und Gewinn vom Hektar schafft. Details schildern sie in der „Roadshow“. Landwirt Domin: „Vom Boden leben wir. Also sorge ich dafür, dass der Boden erhalten bleibt.“

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Agroforst, Regenwassermanagement, energieautarke Klärwerke und andere Bausteine lebenswerter Städte – wie lassen sich die Projekte auf die eigene Gemeinde anwenden? Antworten von Projektleiter Prof. Peter Heck.

Herr Heck, was bringt die „Roadshow“ Städten und Gemeinden?

Wir machen Nachhaltigkeit, die oft als moralische Pflicht gilt, konkret. Wir präsentieren vielfältige Forschungsergebnisse, die den wirtschaftlichen und ideellen Mehrwert zeigen. Dazu haben wir gute Beispiele für Energie- und Wasserversorgung und Landnutzung als Bausteine eines kommunalen Managements zusammengefasst.

Wie sieht dieser Mehrwert aus?
Städte und Gemeinden können ihr Vermögen effizienter gestalten. Zwei Beispiele: Wenn sie ihre Kläranlagen energieautark aus eigenen Ressourcen betreiben, sinken die Abwasserabgaben für die Einwohner. Wenn sie nachhaltige Landwirtschaft stärken, schützen sie sich vor dem Klimawandel und steigern die Bodenwerte, etwa durch Strauch- oder Baumplantagen auf Feldern. Das Holz bringt Erlös, schützt vor Hochwasser und Erosion und hält das Grundwasser rein.

Und der ideelle Mehrwert, von dem Sie sprachen?

Der besteht in der Stärkung des Gemeinsinns. Entscheidet sich beispielsweise ein ganzes Dorf, auf Solar- oder Bioenergie als gemeinsame Einnahmequelle umzustellen, entsteht ein Wir-Gefühl; ein Klima, in dem ganz unterschiedliche Menschen gern leben. Bioenergie schafft abwechslungsreiche Landschaften mit Artenvielfalt. Regionale Energie schafft Arbeitsplätze vor Ort. Auch das trägt zu mehr Lebensqualität bei.

Wie finanzieren sich solche Nachhaltigkeitsprojekte?

Wir stellen in der Roadshow Finanzierungsmöglichkeiten vor, darunter verschiedene Fördertöpfe auf Landes- und Bundesebene. Das Bundesforschungsministerium fördert  die Roadshow, die Kommunen einlädt, eigene Nachhaltigkeitsprojekte mit wissenschaftlicher Begleitung und finanzieller Förderung durchzuführen. Sie ist auch eine Einladung zum Gespräch. Welchen Bedarf haben Kommunen? Was kann Forschung für Nachhaltige Entwicklung für sie leisten?

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In der "Roadshow Nachhaltige Entwicklung" stellen Experten aus Wissenschaft und Kommunen gute Beispiele gewinnbringender Energie- und Wasserversorgung und Landnutzung vor. Sie entstammen dem Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ des Bundesforschungsministeriums.

Adressaten sind kommunale Entscheider aus Städten und Gemeinden bis zu 100.000 Einwohnern. Die Federführung des Projekts liegt beim Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS).

Die „Roadshow“ besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist eine informative Deutschlandtour im Jahr 2018. Start: 22. März in Schwerin. Im zweiten Teil, 2019, arbeiten 25 Modellkommunen an ihren konkreten Nachhaltigkeitsprojekten, mit der wissenschaftlichen Begleitung des IfaS.

Beteiligt sind auch Jugendliche der 25 Modellkommunen. Sie nehmen an einem Social-Media-Wettbewerb zur Nachhaltigkeit teil.

Die „Roadshow“ endet mit einem Anwendertag, der die Ergebnisse live präsentiert. Sie wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.

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Sprendlingen-Gensingen, eine rheinhessische Verbandsgemeinde nahe Frankfurt/Main, schafft als Null-Emissions-Gemeinde Mehrwert für Menschen, Umwelt und Wirtschaft. Dafür reduziert sie die Treibhausgas-Emissionen. Und sie steuert auch Abfall, Abwasser und Bodenverbrauch Richtung Null. Eine umfassende Kreislaufwirtschaft nutzt Reste als Ressourcen.
15.000 Einwohner gehen den Weg zur Null-Emissions-Gemeinde gemeinsam. Winzer, Landwirte, Unternehmer aus Wirtschaft und Tourismus, Jung und Alt haben gemeinsam mit Wissenschaftlern erarbeitet, was sie nun tagtäglich praktizieren. Eine Wegbeschreibung.

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Wer nach Sprendlingen-Gensingen kommt, ortsfremd und mit Gepäck, erhält schnell einen freundlichen Fahrservice. „Wo wollen Sie denn hin? Ich bring Sie schnell“, sagt die Fahrerin. Eigentlich ist ihr Sprendlingen-Mobil, ein Acht-Sitzer, ein kostenloser Fahrservice für die älteren Menschen der Verbandsgemeinde, komplett organisiert von Ehrenamtlern. Das Sprendlingen-Mobil bringt sie zum Einkaufen oder zum Arzt. Jetzt nutzt die freundliche Dame die Wartezeit, um Ortsfremde unterhaltsam zu chauffieren.
Zugewandte Offenheit und Verantwortungsgefühl geben die Atmosphäre, in der gute Ideen für eine nachhaltige Zukunft gedeihen können. „Eigentlich sind wir eine ganz normale Gemeinde“, sagt Bürgermeister Manfred Scherer.

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 „Null-Emissions-Gemeinde für eine nachhaltige Landnutzung. Kein Mensch wusste zunächst, was das ist“, sagt Bürgermeister Manfred Scherer. Gemeinsam mit Wissenschaftlern arbeitet die Gemeinde von 2011 bis 2016 an diesem Konzept. Das Bundesforschungsministerium fördert dieses Projektunter Federführung des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS).
Eine zweite Gemeinde, Rockenhausen, ebenfalls in Rheinland-Pfalz, beteiligt sich. Im Unterschied zur wachsenden Pendler-Gemeinde Sprendlingen-Gensingen sinkt im ländlichen Rockenhausen die Bevölkerungszahl. Die beiden Kommunen bilden zwei unterschiedliche Pole, an denen sich das Null-Emissions-Konzepts bewähren soll.
Schnell klärt sich, was eine Null-Emissions-Gemeinde für eine nachhaltige Landnutzung ist. IfaS-Leiter Peter Heck: „Wir haben den schwer verständlichen Titel in viele greifbare Schritte übersetzt: Ressourcenschonung, weniger Wasserverbrauch, nachhaltige Verwaltung beispielsweise.“

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Das Null-Emissions-Konzept ist ein umfassendes Konzept mit vier Zielen.

1. Kreislaufwirtschaft
2. Neue Wertschöpfungsketten
3. Ökonomischer Mehrwert und Klima- und Umweltschutz
4. Nachhaltige Landnutzung

Um diese Ziele zu erreichen, gibt es jeweils Unterziele in den Bereichen Energie, Wasser, Rohstoffe und Kulturlandschaft. In all diesen Bereichen werden die Stoffströme, Input und Output der Kommune, zu einem umfassenden Kreislauf geführt. Die Absicht: Input reduzieren, Output nutzen.

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Ein Null-Emissions-Konzept lebt durch die Menschen, die es machen. Sprendlingen-Gensingen hat 15.000 davon – und ein dreiköpfiges Manager-Team. Die Nachhaltigkeitsmanagerin Heike Müller und die Klimamanager Andreas Pfaff und Vivienne Schöll sorgen täglich dafür, dass die Verbandsgemeinde den Weg Richtung Null geht. Auch nach Ende des Forschungsprojektes.

Schritt für Schritt praktizieren sie das Konzept - vom Graffiti-Workshop Jugendlicher bis hin zu einem gesamten Neubaugebiet, das mit Null-Emission entsteht. Begonnen hat es im Jahr 2011 mit einem Mini-Schritt. Heike Müller: „Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber mein erster Erfolg war die Umstellung der Gemeinde auf Recycling-Papier.“

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Die Energieagentur. Gewissermaßen das Zentrum für alle Null-Emissions-Kompetenzen. Hier arbeiten Manager, Gemeindeverwaltung und Bürger Hand in Hand, unter anderem an der kommunalen Energieversorgung. 100 Prozent Erneuerbare Energieversorgung bis 2018, Null Emission ist das Ziel. Ein Solarpark, von Bürgern betrieben, liefert sauberen Strom für mehr als 220 Haushalte. Windräder stehen auf den Hügeln rund um die zehn Ortsteile. Viele Dächer der Häuser haben die Wissenschaftler als potenzielle Flächen für Solaranlagen ausgemacht. Schritt für Schritt erneuert Sprendlingen-Gensingen seine Energiequellen. Die Kommune will so viel produzieren, dass der Energie-Überschuss verkauft werden kann und Gemeinde-Ausgaben finanziert.

Vor der Energiezentrale parkt das Elektro-Auto, das vormittags die Mitarbeitenden der Gemeinde nutzen und das am Nachmittag und an den Wochenenden den Bürgern via Car-Sharing zur Verfügung steht. Mobilität für alle.

Die zweite Gemeinde des Null-Emissions-Projektes, Rockenhausen, verbindet auf eine andere Weise saubere Energie mit Landschaftsnutzung. Hecken aus Kurzumtriebshölzern schützen landwirtschaftliche Flächen vor Erosion oder Hochwasser. Die schnellwachsenden Bäume liefern Heizenergie. Ein Ortsteil von Rockenhausen stellt derzeit sein Energiesystem auf die Hölzer um.

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„Alle Bauplätze unseres ersten Null-Emissions-Gebietes sind schnell ausgebucht. Heute, im Jahr 2030, werden alle unsere neuen Baugebiete im Null-Emissions-Standard geplant.“

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Aus: „Vision 2030.“ Ergebnisse von Bürgerbefragungen in Sprendlingen-Gensingen zur Zukunft der Null-Emissions-Gemeinde

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Größtes Vorhaben Sprendlingen-Gensingens ist derzeit ein Wohngebiet, gewissermaßen eine Null-Emissions-Gemeinde im Kleinen. Das Quartier, Baubeginn 2018, wird energieautark, mit dem Leitbild Null Emission, Null Abwasser, Null Abfall und flächenschonend. In der Ortsgemeinde Gensingen wächst damit ein Pilotprojekt, das Bürger, Nachhaltigkeitsmanager und Verwaltung gemeinsam geplant und konzipiert haben.

Wohnungen für 400 Menschen entstehen am Flüsschen Wiesbach, eine Kita, ein Laden. Die Energie- und Wärmeversorgung ist autark und stammt von Sonne, Wind und aus der Erde.

Zum Ausgleich für bebautes Land werden über ein Öko-Konto grüne Flächen gekauft, bepflanzt und gepflegt.

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Ein neuer Bestandteil der  Abwasserreinigung durchläuft in einem blauen Container seinen Test. Er heißt: Organischer Sorptionsfilter. Der Container ist mit Pflanzenkohle und organischen Materialien gefüllt. Das Material bindet die Nährstoffe des durchlaufenden Abwassers und reinigt es so von Stickstoff und Phosphor. Das angereicherte Filtersubstrat dient als Dünger, das Wasser zur Beregnung. Alle Kläranlagen Sprendlingen-Gensingens sollen auf diese ökologische Nutzung umgestellt werden.

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Sprendlingen-Gensingen ist Weinbau-Region. Anbau und Vertrieb von Weißwein sind wesentliche Wirtschaftszweige. Null-Emission heißt für die Winzer nicht nur – saubere Luft, in der die Trauben gesund reifen können. Es heißt auch: Gute Böden und eine Wirtschaftsweise, die das Gute der Böden erhält, ihnen auf natürlichem Wege Nährstoffe zuführt und sie vor Erosion durch Stürme oder Starkregen schützt. Ein Schlüssel dafür: Terra preta. Die pflanzliche Kohle speichert Wasser, bindet Kohlenstoff und macht den Boden fruchtbar.

Jürgen Geil ist Winzer. Seine vierköpfige Familie bewirtschaftet nahe Sprendlingen ein Weingut mit rund 33 Hektar Anbaufläche. Ein traditionsreicher Familienbetrieb seit Generationen, dem Unternehmen, dem Wein und der Landschaft verpflichtet. Im dritten Jahr wächst auf einem Versuchfeld des Hofgutes Wein auf Terra-preta-Böden. Jetzt zeigen sich die ersten Erfolge.

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In der Energieagentur, der Zentrale der Null-Emissions-Gemeinde, steuern sie auch den Weg im vierten Bereich: Abfall. Die Empfehlungen der IfaS-Wissenschafler lauten: Reduzieren, Tauschen, Teilen, Verwerten. In der Energieagentur gibt es eine Sammelstelle für alte Handys, regelmäßig finden Tauschbörsen statt.

Großes Ziel ist ein Ressourcen-Zentrum. Diese kommunale Einrichtung ist ein Umschlagplatz für alle heimischen Rohstoffe. „Hier sammeln und trocknen wir beispielsweise holzartige Brennstoffe, wandeln Klärschlamm zu Terra Preta um und bieten einen sozialen Treffpunkt in unserem Reparaturcafe“, sagt Nachhaltigkeitsmanagerin Heike Müller. Es ist wirtschaftlich und schafft neue Arbeitsplätze. Die regionalen Reste werden selbst genutzt oder weiter verkauft.

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„Für ein Null-Emissions-Konzept untersuchen wir die Kommunen von den Wurzeln her. Aus welchem Potenzial lassen sich Werte schaffen, die mittel- und langfristig auch finanziellen Gewinn bringen?“

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Prof. Peter Heck, Leiter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement am Umwelt-Campus Birkenfeld, Entwickler des Null-Emissions-Konzepts

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Mit dem Rahmenprogramm "Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA) fördert das Bundesforschungsministerium Modellprojekte wie die "Roadshow Nachhaltige Entwicklung" und die "Null-Emissions-Gemeinde". Wissenschaftler und Experten unterschiedlicher Branchen erarbeiten gemeinsam Lösungen für eine nachhaltige Gesellschaft.

Laufzeit der inzwischen dritten Auflage: 2015-2020
Fördersumme: Rund 2 Milliarden Euro   

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